Das syrische Personalstatutsgesetz:
Bestimmungen für Drusen, Christen und Juden

Schlussbestimmungen

Art. 306
Die Bestimmungen dieses Gesetzes [siehe: Das syrische Personalstatutsgesetz - Die Ehe sowie Das syrische Personalstatutsgesetz: Die Geburt und ihre Wirkungen] finden auf alle Syrer Anwendung, soweit sie nicht durch die folgenden beiden Artikel davon ausgenommen sind.

Art. 307
Für die Religionsgemeinschaft der Drusen gelten keine Bestimmungen, die dem Folgenden widersprechen:

a) Der Richter muss die Ehefähigkeit der Vertragschließenden und das Vorliegen der Wirksamkeitsvoraussetzungen vor der Eheschließung prüfen.
b) Die Polygynie ist nicht zulässig.
c) Die Bestimmungen über den Verwünschungseid (liᶜān) und die Milchverwandtschaft (riḍāᶜ) sind auf die Mitglieder der Religionsgemeinschaft [der Drusen] nicht anwendbar.
d) Wenn ein Mann ein Mädchen unter der Bedingung heiratet, dass sie Jungfrau ist, und es sich später herausstellt, dass sie es nicht ist, und er [der Ehemann] vor dem Vollzug der Ehe Kenntnis davon hatte, dann hat er [im Falle einer Scheidung] keinen Anspruch auf Rückgabe der Brautgabe oder der Ausstattung. Wenn er [der Ehemann] erst nach dem Vollzug der Ehe Kenntnis davon [dem Verlust der Jungfräulichkeit] erlangt, dann hat er Anspruch auf Rückgabe der Hälfte der Brautgabe, wenn er die Ehe weiterführen möchte. Ihm steht die Rückgabe der gesamten Brautgabe und Ausstattung zu, wenn festgestellt wird, dass der Verlust der Jungfräulichkeit im Rahmen eines außerehelichen Geschlechtsverkehrs erfolgte und er sich von ihr scheiden lassen möchte. Wenn der Ehemann bewusst wahrheitswidrig behauptet, dass seine Frau keine Jungfrau ist, und sie [die Ehefrau] die Scheidung von ihm verlangt, dann hat sie Anspruch darauf, die erlangte Brautgabe und Ausstattung zu behalten.
e) Wenn die Ehefrau aufgrund außerehelichen Geschlechtsverkehrs verurteilt wird, dann kann der Ehemann sie verstoßen und die Rückgabe der gezahlten Brautgabe sowie der übrig gebliebenen Ausstattung fordern. Wenn der Ehemann aufgrund außerehelichen Geschlechtsverkehrs verurteilt wird, dann kann die Ehefrau die Scheidung und ihre gesamte gestundete Brautgabe verlangen.
f) Die Scheidung erfolgt nur durch die Feststellung und das Urteil des Richters.
g) Die geschiedene Frau darf das eheliche Leben mit ihrem früheren Mann nicht wiederaufnehmen.
h) Das Testament wird zugunsten des Erben und Anderen zu einem oder mehr als einem Drittel vollstreckt.
i) Wenn der Abkömmling vor seinem Erblasser stirbt, dann treten dessen Abkömmlinge an seine Stelle und erben den Anteil, der ihm zustünde, wäre er noch am Leben.

Art. 308
Auf die christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften finden ihre eigenen religiösen Bestimmungen über das Verlöbnis, die Ehevoraussetzungen, die Eheschließung, den ehelichen Gehorsam, den ehelichen Unterhalt, den Kindesunterhalt, die Nichtigkeit, Auflösung und Zerrüttung der Ehe, die Mitgift, die elterliche Sorge sowie die gesetzliche und gewillkürte Erbfolge Anwendung.


siehe auch:

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